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Zu meinem Blick

Ich zeige in meinen Bildern Außenräume als mentale Innenräume. Mentale Innenräume sind nicht von Dauer.

Vivian Kahra

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Aus dem Ausstellungskatalog “DASEIN”, 2019

Christian Schüle

Der Zeitgenosse

1.

Der Mensch kommt von irgendwoher und geht irgendwo hin. So ist das Leben. Er kann den Ort seiner Geburt ebenso wenig wählen wie die Heimat, in der er zu dem wird, was er ist. Geburtsort und Heimat sind der Zu-fall. Insofern sind sie Schicksal. Namen braucht es nicht, Orte sind müßig. Der Mensch ist da. Er ist auf der Welt. Er ist in der Welt. Das reicht. Nun und zeitlebens muss und wird er sich arrangieren mit seinem In-der-Welt-Sein. Fremdbestimmt ist er von Anfang an: Er ist da, müsste es aber nicht sein. Warum gibt es ausgerechnet ihn, den jeweils Einzelnen? 

Jeder Mensch wird gegen seinen Willen ins Leben gesetzt. Sein Leben hat er nicht selbst gewählt. Es wurde ihm aufgetragen. Ob er zeit seines Lebens gebraucht wird, hängt nicht nur von ihm ab. Der Mensch verantwortet seine Entstehung nicht, und er ist auf Anerkennung angewiesen. Manchmal ist das Leben großartig und ein Geschenk. Manchmal ist es lebenslange Last. Immer aber bleibt der Mensch einsam im unendlichen Raum. Auf sich zurück geworfen, mit sich allein gelassen, von den Göttern verlassen. Er sucht nicht mehr nach ihnen. Das In-der-Welt-Sein ist seit jeher die Existenzbestimmung des Menschen. Deshalb ist der Einzelne immer auf den Anderen angewiesen. 

2.

Bleibt der Mensch an sich nicht immer allein, auch wenn er in Gesellschaft ist? Vieles deutet darauf hin. Manchmal ist der alleinige Mensch auch noch einsam. Alleinsein und Einsamkeit sind nicht das Gleiche und doch bedingen sie einander. In Vivian Kahras Bildern zum Beispiel ist der Mensch so gut wie nie in Gesellschaft. Fast immer ist er dissoziiert. Unverbunden. Individualisiert. Für sich allein in der Welt zieht er seine Wege, Runden und Schleifen. Meist ohne Augen, also ohne Blick. Dieser Mensch ist die schiere, unbeschriebene, blicklose Existenz im Raum. Er ist ein durch den Raum reisendes Energiepotential. Aller Umstände enthoben und diesen Umständen doch ausgeliefert. 

Dann bricht dieser Einzelne auf und sammelt Holz. Heute oder vor 200 oder vor 2000 Jahren, einerlei, der Weg vom Archaischen zum Hypermodernen ist kurz. Der Andere, der ihm gegenüber tritt, ist kein Individuum. Es ist ER selbst. Im Spiegel sieht das einsame Individuum sich selbst. Die Welt ist der Spiegel seiner selbst. Der Einzelne, nackt der Oberkörper, der sonnengelbe Hula-Hoop-Ring als Symbol für die ewige Drehung des Gleichen, sieht sich auf den Boden geworfen; als Schatten seiner selbst. Der Einsame ist immer in Bewegung. Er bewegt sich und mit sich die Welt. Ohne Bewegung wäre alles tot. Leben ist ja Bewegung, und Bewegung vollzieht sich in Stille. Die Stille zeitigt Bewegung, das ist der höhere Sinn des Seins. Mehr ist nicht. 

3.

Nie weiß man, wo man ist. Aber man ist. Am Ende des Pfades steht das Unüberwindliche: ein Berg oder eine neue Welt. Irgendwann und immer muss sich der Mensch entscheiden, wohin er geht. Er betritt unbekanntes Land, Terra incognita, und kann sich auf den Traditionsvorrat nicht mehr verlassen. Er kann sich auf nichts verlassen, nur auf sich selbst. Wo immer der Mensch hintritt, ist er auf unbekanntem Terrain, selbst wenn er das Gebiet schon kennt. Nichts ist je wiederholbar, nichts berechenbar. Die ständige Bewegung entfaltet ihre Energie im Moment. Kein Ur-Vertrauen ist da, keine Vertrautheit, nur die Gewissheit, jetzt und in diesem Moment da zu sein. Man weiß ja nie, wohin man sich als Figur im Raum bewegen wird. Welt ist nicht vorhersagbar, während sie verrichtet wird. Manchmal sitzt der Mensch ohne Eigenschaft in einem Boot und rudert einen Wasserpfad entlang. Um ihn herum: Schnee, scheinbar harte Materie, aber eigentlich gefrorene Flüssigkeit. Alles täuscht und alles fließt, das Wasser, das Leben, der Mensch, und nie – so lehrte der antike Philosoph Heraklit – kann der Mensch zweimal in den selben Fluss steigen. Panta rhei. Alles wandelt sich fort, nichts bleibt. 

Die ständig sich verändernde, ständig sich wandelnde Welt ist am Menschen nicht interessiert. Er muss sich in ihr zurechtfinden. Er durchfährt sie mit dem Longboard und beginnt immer von neuem. Man könnte die Welt für nach-apokalyptisch halten: ein Weltenraum, der verbrannt war, jetzt in jenseitigem Weiß gehalten, eine Nachwelt, eine Neuschöpfung nach dem Inferno, in die Spuren, Rollen, Abdrücke geprägt werden, die neu begangen, neu beschrieben werden, die jeder Mensch sich erschafft, in der er seinen Abdruck hinterlässt, über seinen Körper verknüpft mit der Erde, auf der er sich bewegt. Aus seinen Fußsohlen wachsen die Wurzeln, die ihn in den Boden einbinden, sonst wäre der Mensch in seiner ständigen Bewegung im ziellosen Raum nichts weiter als ein der Zeit völlig enthobener, von der Schwerkraft herumgeschubster Astronaut.

Die Bewegung ist immer im Moment, in diesem einen Moment, der Augenblick ist unbestechlich. Die Bewegung ist nicht verknüpft mit der Zeit, Zusammenhänge gibt es nicht. Dauer ist ja nur eine Behauptung und Zeit nichts anderes als aneinander gereihte Momente von augenblicklichen Bewegungen. Um sich eine Ordnung zu schaffen, recht der Mensch den Boden. Er prägt ihm Strukturen auf, weil das Leben Ordnung braucht, um ordentlich geführt zu werden. Je gläubiger der Mensch, zum Beispiel ein Mönch, desto penibler recht er den Boden.

Immer tut der Mensch etwas. Immer ist er rastlos. Demütig bückt er sich und sieht in die Spiegel, die ihm das Leben bietet. Er schreibt sich der täglich neu entstehenden Welt ein durch die Spuren, die er hinterlässt. Morgen sind sie zerfallen, verweht, überrecht. Im tonlosen Dunkel der Nacht, sagt die Künstlerin selbst, entstand und entsteht
Raum und Weite. Und morgen hinterlasse ICH in der neuen Welt eine Spur.

Welche Spuren bleiben?

4.

Das einsame ICH durchmisst den Raum in einer Diagonale. Ich gehe über Stege, auf Brettern, ich balanciere mich aus und folge den konzentrischen Kreisen, deren anziehendes Kraftzentrum irgendwo verborgen liegt. Während ich den Spurrillen des Lebens folge, versuche ich, die Balance zu halten und nicht zu stürzen. Fragil ist das Leben, man sollte das nie vergessen. Immer geht es um den Schwung im Raum, der mich aus der Welt trägt und zu mir zurück führt. Stets bin ich eingeklemmt zwischen Anpasssung, Ambition, Aufbruch und der Sehnsucht nach Sicherheit und Vertrauen. Der Sinn meiner Persönlichkeit besteht in der wiedererkennbaren Selbstdarstellung. Und wenn keiner mich sieht?

Das antike Wort Persona heißt übersetzt: Theater-Maske. Jede Person trägt seine Maske, jeder Mensch ist Darsteller seiner selbst, die Welt ist eine Bühne. Im sozialen Alltag ist alles Selbstdarstellung, alles Theater. Sein ist gespielt. Jeder will sein Ding machen, was heißt: Jeder muss es auch. Immer geht es um das je eigene Profil, die eigene Persönlichkeit, die individuelle Persona, die identifizierbare Maske. 

Verkürzt gesagt strebt jeder Mensch nach dreierlei: sozialer Anerkennung, Erfolg und Glück. Im besten Fall verschmilzt alles in einem. Während der Verschmelzung steht der Einzelne unter dem Einfluss höchst gegensätzlicher Maximalansprüche: Er soll Ecken, aber keine Kanten haben. Er soll selbstmächtig sein, ist aber zugleich dem globalisierten Schicksal ausgeliefert. Er soll kontrolliert und rational sein, zugleich aber charismatisch und enthusiasmiert. Er soll permanent seine Exzellenz nachweisen und wird unablässig beobachtet und bewertet. Er ist stets auf sich allein gestellt und muss ständig wählen und sich unentwegt entscheiden, ohne zu wissen, wofür er sich entscheiden soll.

Wohin hat die radikale Individualisierung geführt? In die Paradoxie. Und in die Verlorenheit des unendlichen Raums, in dem nichts mehr klar und eindeutig ist.

5.

Die einsamen Menschen der Künstlerin Vivian Kahra sind oft junge gesichtslose Männer im unbestimmten Raum, die auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen jenen Kosmos durchfahren oder durchschreiten, der die verschämte Illusion verspricht, Geborgenheit zu geben. Eingelöst wird das Versprechen selten. Köpfe sind nur von hinten oder oben zu sehen, selten gibt es Konterfeis. Und wenn es Gesichter gibt, dann sind sie elegisch und versonnen, erfüllt von einer namenlosen Traurigkeit und Freudlosigkeit und Neugier, als ahnten die Menschen, dass das Leben nichts mehr bereithält als das Absurde. Wenn Gesichter auftauchen, liegt auf oder in ihnen missverständliche Melancholie. Es könnte sich um Traumflucht oder Resignation handeln. Das einsame, manchmal verlorene, manchmal sich verlierende Individuum, das sich in Kreisen um sich selbst dreht, das auf Stegen irgendwohin schreitet ist wie eine Plastik. „Das war es, was einer Plastik ihre Ruhe gab: sie durfte nichts von außen verlangen oder erwarten, sich auf nichts beziehen, was draußen lag, nichts sehen, was nicht in ihr war“, notierte Rilke über Rodin.

Mit dem Fragmentierten, Zerrillten, Zerschnittenen klar zu kommen steht allen bevor. Der Betrachter glaubt zu erkennen, dass die Einsamen es ahnen, vielleicht sogar wissen. Es ist dieses stumm sprechende Wissen, die Weisheit, die bereits der junge Mensch erworben hat.

6.

Keine Oberfläche ist reibungslos, die Welt ist nicht glatt. Es bleiben zur Übersetzung von Ich und Welt nur die Rampen. Rampen sind Wege, auf denen Bewegung unausweichlich ist. Die Bewegung im Raum, die das In-der-Welt-Sein zu einem Bei-sich-Sein im Schwung macht. Ähnlich wie das Surfen auf einer Welle, von der man nicht weiß, woher sie kommt und wann sie zerfallen wird, ehe in der ewigen Wiederkehr des fast Gleichen die nächste Welle aufsteigt. 

Das heißt doch: Die Menschen sind die Sisyphosse ihrer jeweiligen Zeit, sie leben das Absurde. Sind sie denn glücklich, wie Camus behauptet hat? „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen“, schrieb der Philosoph, „wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ Camus zufolge ist das Absurde die Bestimmung des Menschen: immer und immer wieder auf den Wellen des Lebens zu surfen, Wege und Pfade zu gehen, Rillen und Spuren zu folgen, um so das Leben zu bejahen. 

Vielleicht ist der einsame Mensch als Sisyphos deshalb glücklich, weil man auf der Rampe ja immer ein Entdecker ist. Wege aus dem Nichts und in das Nichts sind Entdeckungen dessen, was die Welt zu bieten hat. Manchmal dreht man sich um sich selbst. Der Salto jenes Entdeckers, der auf der Rampe abspringt und ein wenig verändert landet. Meist wieder bei sich. Dann springt er aufs neue. 

7.

Oder geht es nicht doch wieder einmal einzig und allein um Freiheit? Ist der Skater, der Surfer, der Suchende nicht immerzu auf dem Weg in die Freiheit, weil er selbst bestimmt surft, skatet, geht? Selbstbestimmt ist doch der, der über sein Leben selbst verfügen kann, oder etwa nicht? 

Freiheit ist ja zu keiner Sekunde selbstverständlich. Sinn und Anmaßung von Freiheit ist es dass sie unablässig errungen werden will. Man kann sie nicht gewinnen, man kann sie nur verlieren. Sprechen, Verständigung und Verständnis sind unabdingbar, um sich täglich aufs neue für die Freiheit zu verabreden. Wer nicht mehr bereit ist, an den Voraussetzungen für Freiheit zu arbeiten, wird auf Dauer die Fundamente schleifen, auf denen unser Wohlstand und unser Wohlergehen basiert. Wer Freiheit als ewiglich gegeben voraussetzt, ist bereits dabei, sie zu verspielen.

All diesem vielen Lärm um Nichts zum Trotz, den das spätmoderne Lebensspektakel mit sich bringt, ist und bleibt es die Aufgabe jeden Individuums, mit seiner Einsamkeit klar zu kommen. Dem Leben die Freiheit abzuringen, einsam sein zu können. Diese Einsamkeit auf den Spurrillen der Welt zu tragen: das ist der Sinn des Lebens. Gestern, heute, morgen. Und dann bricht man auf. Dann geht man los. Man wirft Schatten, man spiegelt sich, man geht irgendwo hin.

 

From the exhibition catalogue “DASEIN”, 2019

Christian Schüle

Contemporary Man

1.
To be human is to journey from somewhere to somewhere. That is life. Man cannot choose the place of his birth, nor the place he calls home, the place that makes him who he is. Birth- place and home are accidents, and in that they are destiny. There is no need for names, places are beside the point. To be human is to be there, to be in the world, to be of the world. That is enough. Now and for the rest of his life, man must and will come to terms with being in and of the world. His life is ruled by forces outside him from the first day: he is there, yet he need not be. Why does he of all people exist, as this one individual?
Every human being is brought into life against his will. He has not chosen his life. It has been assigned to him. Whether he will be needed for as long as he lives depends not only on him. Man does not bear responsibility for his coming into being, and he has need of recognition. There are times when life is wonderful and a gift. At other times it is a lifelong burden. Yet invariably is man alone in the infinitude of space. Left to his own devices, left to shift for himself, abandoned by the gods. He no longer casts about for them. Being in and of the world has always defined human existence. That is why the individual is forever dependent on the other.

2.
Does not man as such remain immutably alone even when he is in company? There is much to suggest it. Sometimes man, being alone, is lonely as well. Being alone and loneliness are not the same, and yet one tends to entail the other. In Vivian Kahra’s pictures, for example, man is virtually never in company. He is almost always disassociated, unconnected, individualized. It is for himself alone in the world that he plods along his paths, his orbits and loops. Usually without eyes, which is to say, without seeing. This man is pure, nondescript, unseeing exis- tence in space. He is an energy potential voyaging through space. Untethered to circumstances and yet at the mercy of his circumstances.

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Then this individual sets out and gathers wood. Today, or two hundred years ago, or two thou- sand years ago, it does not matter; it is but a step from the archaic to the hypermodern. The other whom he encounters is not an individual. It is HE himself. What the lonely individual espies in the mirror is his own self. The world is his mirror. The individual, his chest bare, the sun-yellow hula hoop a symbol of the eternal revolutions of the same, finds himself cast to the ground; a shadow of his former self. The lonely individual is constantly in motion. He moves and in moving moves the world. Without motion all would be dead. Life, in the final analysis, is motion, and motion takes place in silence. Silence brings forth motion, that is the higher meaning of being. There is nothing else.

3.
One never knows where one is. But one is. An insurmountable obstacle rises at the end of the path: a mountain or a new world. At some time or other and at all times man must decide where he will go. He enters unknown land, terra incognita, and can no longer rely on the stock of tradition. He cannot rely on anything but himself. Wherever man treads he is on unknown ground, even if he knows the area. Nothing can ever be repeated or predicted. Constant mo- tion unleashes its energy in the instant. There is no primordial trust, no familiarity, only the certain conviction of being, now and in this instant. One never knows, after all, where one will move the character that one is. The world is not predictable while it is being performed. It may be that the man without quality is sitting in a boat, rowing along a waterway. Around him: snow, what appears to be hard matter, but really frozen liquid. Everything deceives and everything flows, water, life, man, and never—the ancient philosopher Heraclitus taught—can man step into the same river twice. Panta rhei. Everything is forever metamorphosing; nothing endures.
This constantly changing, constantly metamorphosing world is not interested in man. He needs to find his bearings in it. He glides through it on his longboard and forever starts afresh. One might take this world to be post-apocalyptic: a universe that had burned out, now painted an otherworldly white, an after-world, a recreation after the inferno upon which traces, roles, impressions are stamped that are treaded afresh, written afresh, that every human creates for himself, upon which he leaves his imprint, attached by his body to the earth on which he moves. From the soles of his feet grow the roots that graft him to the ground, for without them

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man in his constant motion amid the aimlessness of space would be no more than an astronaut over whom time has no hold, jostled hither and thither by gravity.

Motion is always in the moment, in this one moment; the instant is incorruptible. Motion is divorced from time; there is no coherency. Duration, in the end, is just an assertion, and time is nothing other than arrayed moments of instantaneous motion. To create order for himself, man rakes the ground, imprinting structures on it because life requires order to be lived in or- derly fashion. The more faithful a man in his belief, the more fastidiously he rakes the ground. Man is forever doing something. He is forever restless. He humbly stoops and gazes into the mirrors that life holds up to him. He inscribes himself upon the world that comes into being anew every day through the traces he leaves. They will have disintegrated, blown away, been raked over tomorrow. It is in the soundless dark of night, the artist herself says, that space and expanse have come and still come into being. And tomorrow I MYSELF will leave a trace in the new world.

Which traces endure?

4.
The lonely SELF traverses space along a diagonal. I walk across footbridges, on planks, I find my balance and trace the concentric circles whose center of force, drawing me in, lies hidden somewhere. As I follow the grooves of life, I try to keep my balance and not to fall. Life is fragile, that is something one should never forget. It is always a matter of the momentum in space that carries me out of the world and returns me to me. I am forever stuck between as- similation, ambition, the departure for someplace else, and the longing for safety and trust. The meaning of my personality lies in recognizable self-performance. And if no one sees me? The ancient word persona translates as: theatrical mask. Every person wears his mask, every man is the performer of his self, the world is a stage. In routine social life everything is self- performance, theater. Existence is what we playact. Everyone wants to do his thing, which is to say: everyone must do his thing. Everyone is always concerned with his distinctive profile, his distinctive personality, his individual persona, the identifiable mask.
Put simply, every human being strives for three things: social recognition, success, and happi- ness. If all goes well, all three merge into one. As they merge, the individual is under the sway

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of utterly antithetical maximum demands: he is to be rough around the edges but well-round- ed. He is to be in charge of himself while being at the mercy of a globalized fate. He is to be self-controlled and rational, but also charismatic and enthusiastic. He is to constantly offer proof of his excellence while incessantly being observed and assessed. He is to fend for him- self and continually needs to make choices and decisions without knowing what to choose. Where has radical individualization led? Into the paradox. And into the forlornness of an infi- nite space in which nothing is clear and unequivocal anymore.

5.
The artist Vivian Kahra’s lonely humans are often faceless young men in indeterminate spa- ces. Passing from childhood to adulthood, they glide or pace through a cosmos that beckons with the shamefaced illusion of safety and comfort. The promise is rarely kept. Heads are seen from behind or above; portraits are rare. And when there are faces, they are elegiac and pen- sive, suffused with a nameless sadness and joylessness and curiosity, as though people sus- pected that life has nothing more to offer than absurdity. Faces that do appear are veiled by a melancholy that is liable to be misunderstood. They might be seeking refuge in dreams, or resigned. The lonely individual, sometimes forlorn, sometimes losing himself, revolving around himself in circles, striding down footbridges that lead somewhere, is like a sculpture. “That was what allowed a work of art to rest within itself: it must not demand nor expect aught from outside, it should refer to nothing that lay beyond it, see nothing that was not with- in itself,” Rilke wrote about Rodin.
Everyone will have to come to terms with fragmentation, with the rutted and dissected world. The beholder thinks she can tell that these lonely individuals intuit, perhaps even know, as much. That is the mutely eloquent knowledge, the wisdom, that the young human being has already attained.

6.
No surface is perfectly plane; the world is not smooth. All that remains to effect the transla- tion of I and world are the ramps. Ramps are paths on which motion is inescapable. The mo- tion in space that turns being in and of the world into self-presence buoyed by momentum.

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Not unlike surfing on a wave; one knows not whither it comes and when it will collapse, to be supplanted, in the eternal recurrence of the almost-same, by the next rising wave.
Yet this means: humans are the Sisyphuses of their own time; they live the absurd. Are they happy, then, as Camus averred? “The struggle itself towards the heights is enough to fill a man’s heart,” the philosopher wrote. “One must imagine Sisyphus happy.” The absurd, Camus argued, is man’s destiny: surfing again and again on life’s waves, pursuing ways and paths, following grooves and tracks and in so doing affirming life.

Perhaps the lonely human being is happy as a Sisyphus because, on the ramp, one is surely always an explorer. Paths out of nothingness and into nothingness are discoveries of what the world has to offer. Sometimes one revolves around oneself. The somersault of the explorer who leaps off the ramp and lands ever so slightly altered. Usually self-present. And then he leaps once more.

7.
Or is it not again actually about freedom and freedom alone? Is the skater, the surfer, the searcher not forever journeying toward freedom because he is self-determined in his surfing, skating, going? Self-determination is the privilege of those who can do with their lives as they please, is it not?
Freedom, after all, is never self-evident, not for a second. It is the crux, and the hubris, of freedom that it is unremitting struggle. It cannot be attained, only lost. Speech, communica- tion, and understanding are indispensable if we are to agree afresh every day to embark on freedom. Those who are no longer willing to labor on the premises of freedom will in the long run raze the foundations on which our prosperity and our well-being rest. Those who assume that freedom is a given, imperishable, are about to squander it.
Despite all this ado about nothing that is part and parcel of the spectacle of late modern life, every individual confronts and will always confront the challenge of coming to terms with his loneliness. Wresting from life the freedom to accept loneliness. Carrying this loneliness while plodding along the grooves of the world: that is the meaning of life. Yesterday, today, tomor- row. And then one sets out. One starts walking. One casts shadows, one beholds one’s image in a mirror, one goes somewhere.

Translation: Gerrit Jackson, Berlin